BLECHRICHTMASCHINE ODER RICHTANLAGE: DIE MECHANISCHE LOGIK DER INDUSTRIELLEN AUSWAHL VERSTEHEN

Die Unterscheidung zwischen einer industriellen Blechrichtmaschine und einer industriellen Richtanlage beruht nicht auf einer einfachen Maschinenbezeichnung.

Sie basiert auf der Analyse des zu korrigierenden Produkts, der tatsächlichen Art der in der Produktion auftretenden Planheitsfehler sowie auf einer präzisen mechanischen Bewertung des Bauteils.

In anspruchsvollen metallverarbeitenden Umgebungen – Hochenergie-Laserschneiden, CNC-Stanzen, Perforieren, Brennschneiden, Plasmaschneiden, Schwerzerspanung oder Schweißkonstruktionen – wird die Blechplanheit zu einem entscheidenden Prozessparameter.

Eine ungeeignete Korrektur von Planheitsfehlern kann Maßinstabilitäten, Abweichungen beim Biegen, unerwünschte Spannungen beim Schweißen oder Bearbeitungsfehler bei großen Bauteillängen verursachen.

Nach der Bearbeitung werden die beim Walzprozess entstandenen Eigenspannungen neu verteilt.

Diese Spannungsumverteilung führt zu Längsverzügen, Querkrümmungen, globalen Auflagefehlern oder tiefergehenden strukturellen Verformungen.

Die Korrektur der Planheitsfehler hängt daher unmittelbar von der Art des zu bearbeitenden Produkts sowie von der tatsächlichen Fehlercharakteristik ab – insbesondere davon, ob es sich um Coilmaterial, Blechtafeln, perforierte Bleche oder bereits ausgeschnittene Teile handelt.

Darüber hinaus hängt die Wahl der geeigneten Technologie von folgenden Faktoren ab:

  • der tatsächlichen Materialdicke, 
  • dem mechanischen Trägheitsmoment, 
  • der verbleibenden Steifigkeit nach dem Schneiden oder Materialabtrag, 
  • der Eindringtiefe der Eigenspannungen innerhalb der Materialdicke, 
  • der erforderlichen Kraftkapazität, um die Elastizitätsgrenze kontrolliert zu überschreiten.

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