
BLENCHPLANHEIT: EINE ZENTRALE INDUSTRIELLE HERAUSFORDERUNG FÜR PRÄZISION UND LEISTUNGSFÄHIGKEIT

In der verarbeitenden Industrie ist die Planheit von Blechen ein entscheidender Faktor, der die Qualität und Effizienz der Produktion unmittelbar beeinflusst.
Dieses häufig unterschätzte Kriterium der Blechplanheit ist wesentlich, um die Präzision der Fertigungsprozesse sowie die Konformität der Endprodukte sicherzustellen.
Planheitsfehler entstehen niemals zufällig. Sie sind vielmehr die sichtbare Folge innerer und äußerer Spannungen, die sich während des gesamten Lebenszyklus eines Blechs aufbauen.
Diese Blechverformungen resultieren aus einem komplexen Zusammenspiel von Faktoren, die entweder werkstoffbedingt sind oder durch die verschiedenen Schritte der industriellen Verarbeitung hervorgerufen werden.

Ursachen von Blechverformungen und Eigenspannungen
Jeder Schritt der Herstellung und Verarbeitung eines Blechs – vom ursprünglichen Walzprozess bis zum Endzuschnitt – hinterlässt ein mechanisches „Gedächtnis“ im Werkstoff.
Dieses Gedächtnis äußert sich in Form von Eigenspannungen, die sich bei fehlender Kontrolle unkontrolliert abbauen und Verformungen verursachen.
Auch die Umgebung, in der Bleche gelagert und gehandhabt werden, spielt eine wesentliche Rolle. Temperaturschwankungen, Transport- und Handhabungsmethoden oder sogar unzureichende Ruhezeiten können vorhandene Spannungen verstärken oder neue erzeugen.
Ein ganzheitlicher Ansatz, der Werkstoff, Fertigungsprozess und Umgebungsbedingungen berücksichtigt, ist unerlässlich, um die Planheit zu beherrschen und die Produktkonformität sicherzustellen.
Innere Eigenspannungen sind dem Blech inhärent und entstehen bereits in den ersten Herstellungsstufen.
Das Warm- oder Kaltwalzen ist ein wesentlicher Prozess, bei dem das Metall plastisch verformt wird. Dabei entstehen Spannungsgradienten zwischen der Oberfläche und dem Kern des Werkstoffs.
Unterschiedliche Verformungs- und Abkühlbedingungen können selbst nach Abschluss des Prozesses dauerhafte Spannungen hinterlassen.
Auch Spaltprozesse sowie das Aufwickeln zu Coils tragen wesentlich zur Entstehung solcher Spannungen bei.
Das Spalten erzeugt Scher- und Druckzonen entlang der Schnittkanten, während das Aufwickeln ungleichmäßige Belastungen auf das Blech ausübt und dadurch bleibende Krümmungen verursachen kann.
Darüber hinaus stellt selbst eine geringe Dickenvariation innerhalb desselben Blechs eine zusätzliche Ursache innerer Spannungen dar.
Eine ungleichmäßige Dicke führt dazu, dass der Werkstoff auf mechanische und thermische Belastungen nicht homogen reagiert.
Diese Inhomogenitäten erzeugen Spannungsungleichgewichte, die direkte Auslöser späterer Blechverformungen darstellen.
Bearbeitungsprozesse wie das Schneiden von Blechen stellen kritische Momente dar, in denen sich innere Spannungen schlagartig abbauen können und unmittelbare Verformungen verursachen.
Unabhängig davon, ob die Bearbeitung mittels Scherschneiden, Stanzen oder Laserschneiden erfolgt, stört der asymmetrische Materialabtrag das Spannungsgleichgewicht innerhalb des Blechs.
Diese Veränderung der Materialgeometrie ermöglicht die Freisetzung vorhandener Spannungen und führt zu Bewegungen sowie Verformungen des Blechs.
Zusätzlich führen lokale Wärmeeinträge – insbesondere beim Laserschneiden oder Schweißen – zu erheblichen thermischen Belastungen.
Schnelle Temperaturänderungen verursachen unterschiedliche Ausdehnungen und Schrumpfungen innerhalb des Materials.
Die erwärmten Bereiche dehnen sich aus und ziehen sich beim Abkühlen wieder zusammen.
Dadurch entstehen neue Spannungen oder bereits vorhandene Spannungen werden verstärkt, was sich in Verzug oder Welligkeit äußert.
Darüber hinaus kann jede mechanische Belastung – selbst eine scheinbar geringfügige – oder die plötzliche Freisetzung innerer Spannungen, beispielsweise beim Stanzen oder bei unzureichend kontrollierten Biegevorgängen, Blechverformungen auslösen. Solche Ereignisse wirken als Auslöser für latente Spannungen und beeinträchtigen die Planheit häufig dauerhaft

Auswirkungen unzureichender Planheit in der industriellen Produktion
Eine unzureichende Planheit hat konkrete Folgen in der Fertigung und geht weit über rein optische Aspekte hinaus.
Sie verursacht Präzisionsverluste bei Schneidprozessen und führt zu Maßabweichungen, die die Integrität der Bauteile beeinträchtigen.
Diese anfänglichen Fehler können sich anschließend auf nachgelagerte Fertigungsschritte auswirken.
Darüber hinaus erschwert die mangelnde Stabilität des Blechs auf dem Maschinentisch die Fixierung und Spannung erheblich.
Dies führt zu einer höheren Anzahl von Nichtkonformitäten bei Montageprozessen und macht häufig kostenintensive sowie zeitaufwändige Nacharbeiten erforderlich.
Der gesamte Produktionsprozess wird verlangsamt und die Lieferzeiten werden direkt beeinflusst.
Automatisierte Produktionssysteme, die auf höchste Präzision ausgelegt sind, reagieren besonders empfindlich auf Planheitsabweichungen.
Nicht plane Bleche können zu Störungen und Blockaden in Laser- oder Plasmaschneidanlagen führen.
Dadurch wird der Produktionsfluss unterbrochen und manuelle Eingriffe zur Fehlerbehebung werden erforderlich.
Darüber hinaus haben Handhabungs- und Montageroboter Schwierigkeiten, verformte Bauteile korrekt aufzunehmen oder zu positionieren.
Dies kann Montagefehler, Kollisionen mit Anlagenkomponenten und vorzeitigen Werkzeugverschleiß verursachen.
Die Zuverlässigkeit des gesamten Systems wird durch diese Ungenauigkeiten beeinträchtigt.
Mangelnde Planheit zählt zu den Hauptursachen für erhöhte Ausschussquoten in der Blechverarbeitung.
Stark verformte Teile können nicht weiterverwendet werden, was zu direkten Material- und Energiekostenverlusten führt.
Diese Verluste stellen einen erheblichen Kostenfaktor für das Unternehmen dar.
Zusätzlich steigen die Betriebskosten durch manuelle Nacharbeiten an potenziell rettbaren Bauteilen.
Diese Arbeiten erfordern Zeit, qualifiziertes Personal und oftmals zusätzliche Ausrüstung.
Dadurch erhöhen sich die Stückkosten und die Gesamtproduktivität sinkt.

Planheit und Blecharten: Coil oder Blechtafel
Die Blechplanheit ist ein entscheidender Faktor für die Qualität von Endprodukten. Die Planheit eines Blechs hängt nicht nur von seiner Dicke oder Werkstoffgüte ab, sondern auch von seiner Lieferform und seiner mechanischen Vorgeschichte.
Grundsätzlich wird zwischen Coilmaterial und Blechtafeln (oder Zuschnitten) unterschieden. Beide Formen weisen spezifische Spannungszustände auf, die ihr Verhalten in der Produktion unmittelbar beeinflussen.
Die Bedeutung der Materialform innerhalb einer industriellen Planheitsstrategie ist daher von zentraler Bedeutung.
*Coilmaterial
Coilmaterial stellt die am häufigsten verwendete Lieferform dar. Durch das Aufwickeln entstehen Krümmungen und unterschiedliche Spannungszustände, die dem Material eine Formgedächtniswirkung verleihen.
Diese Eigenschaft erklärt die natürliche Tendenz des Materials, sich selbst nach dem Abwickeln erneut zu krümmen.
Unsichtbare Eigenspannungen aus dem Walzprozess bleiben im Werkstoff gespeichert. Sie werden freigesetzt, sobald Schneid-, Materialabtrags- oder Bearbeitungsvorgänge das mechanische Gleichgewicht verändern.
Das Aufwickeln zu einem Coil erzeugt eine dauerhafte Längskrümmung.
Diese Verformung geht mit unterschiedlichen Spannungen zwischen den inneren und äußeren Fasern einher und verleiht dem Material ein intrinsisches Formgedächtnis.
Selbst nach dem Abwickeln bleibt die natürliche Tendenz bestehen, zur ursprünglichen Krümmung zurückzukehren.
Dieses Phänomen ist die Ursache des sogenannten Dachziegeleffekts sowie weiterer Instabilitäten, selbst wenn das Blech im Ruhezustand eben erscheint.
Beim Abwickeln werden die inneren Eigenspannungen schrittweise freigesetzt.
In dieser entscheidenden Phase können latente Fehler sichtbar werden, beispielsweise Längskrümmungen oder Randwelligkeiten, die die Stabilität des Materials beeinträchtigen.
Ein Blech kann auf einer Messplatte vollkommen eben erscheinen und dennoch seine Stabilität verlieren, sobald es in einen automatisierten Fertigungsprozess integriert wird.
Diese Instabilität beeinflusst unmittelbar die Wiederholgenauigkeit des Schneidprozesses sowie die Maßhaltigkeit der Bauteile.
Daher ist bei Coilmaterial häufig bereits vor Produktionsbeginn eine Stabilisierung erforderlich.
Wird das Material nicht ausreichend stabilisiert, verstärken sich strukturelle Fehler in späteren Prozessschritten und führen zu Maßabweichungen sowie mangelnder Wiederholgenauigkeit.
* Blechtafel oder Zuschnitt: Spannungsumverteilung nach dem Schneiden
Aus Coils geschnittene oder auf Format gebrachte Bleche weisen nicht mehr die kontinuierliche Krümmung eines Coils auf.
Dies bedeutet jedoch nicht automatisch eine perfekte Stabilität.
Sobald ein Coil in einzelne Tafeln oder Zuschnitte umgewandelt wird, kommt es zu einer Spannungsumverteilung innerhalb des Materials.
Die plötzliche Entspannung bestimmter Bereiche sowie das Auftreten lokaler Verformungen werden häufig nach Prozessen wie Laserschneiden, Stanzen oder komplexen Konturschnitten beobachtet.
Häufig treten Fehlerbilder wie globaler Verzug, Schüsselbildung oder Torsion bei Blechtafeln auf.
Diese Verformungen sind meist lokal begrenzt und direkt mit einem bestimmten Bearbeitungsschritt verbunden – im Gegensatz zu den eher globalen Fehlerbildern von Coilmaterial.
Diese Instabilitäten können sich ebenfalls während des Spannvorgangs zeigen.
Obwohl das Bauteil zunächst plan erscheint, werden Verformungen rund um ausgeschnittene Bereiche sichtbar, was eine präzise Analyse der vorhandenen Eigenspannungen erfordert.
Jedes Schneidverfahren – ob Laserschneiden, Plasmaschneiden oder Stanzen – führt zu einer partiellen und inhomogenen Freisetzung der inneren Eigenspannungen des Blechs.
Diese Spannungsumverteilung kann erhebliche lokale Verformungen verursachen und die Planheit des Bauteils beeinträchtigen.
Die Auswirkungen werden beim Biegen, Montieren und bei Maßkontrollen sichtbar.
Ein ursprünglich stabiles Material kann dadurch nach der Bearbeitung zu einem instabilen Bauteil werden.
Die Herausforderung bei Blechtafeln besteht daher nicht mehr in der Stabilisierung des Rohmaterials, sondern in der Wiederherstellung einer funktionalen Planheit an einem bereits bearbeiteten Bauteil.
Die Bauteilgeometrie und die Art der Bearbeitung sind entscheidende Faktoren für Art und Ausmaß der auftretenden Verformungen.
Die Lieferform des Materials – Coilmaterial oder Blechtafel – beeinflusst unmittelbar die Strategie zur Sicherstellung der Planheit.
Diese Unterscheidung ist entscheidend, da sie sowohl die Art als auch den Zeitpunkt des Auftretens von Fehlern bestimmt und somit die Wahl geeigneter Korrekturmaßnahmen beeinflusst.
Während Coilmaterial durch globale Eigenspannungen und ein ausgeprägtes mechanisches Gedächtnis gekennzeichnet ist, treten bei Blechtafeln häufig lokale Verformungen auf.
Das Verständnis dieser Unterschiede ist entscheidend, um Fehler frühzeitig zu erkennen und wirksame Stabilisierungsmaßnahmen entlang des gesamten Produktionsprozesses umzusetzen.
Je größer ein Bauteil ist, desto stärker treten die inneren Eigenspannungen des Coilmaterials auf globaler Ebene in Erscheinung.
Große Abmessungen verstärken die Auswirkungen von Längskrümmungen und Eigenspannungen, wodurch die Stabilisierung komplexer wird und leistungsfähigere Richtanlagen sowie Blechrichtmaschinen erforderlich sind.
Bei kleineren Bauteilen aus Blechtafeln sind die Verformungen hingegen meist lokal begrenzt und eng mit den Schneidprozessen verbunden.
Die spezifische Bauteilgeometrie wird dabei zu einem wesentlichen Faktor für das Auftreten und die Intensität von Planheitsfehlern.

Unsere Kundenbeispiele

Lauak : Sous-traitant de pièces de structure aéronautique.
Fondé en 1975 sous le nom d’ESKULANAK par son actuel co-gérant, Jean-Marc Charritton, le Groupe LAUAK fournissait des pièces de chaudronnerie à Dassault Aviation. Aujourd’hui, le…